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Der Sektionschef



Zentralpräsident Gregor Naef

Gregor Naef

Tätigkeitsbericht des Präsidenten Gregor Naef:

Delegiertenversammlung vom 11. September 2010 in Herisau

Einleitung
Wir erinnern uns noch gut an die Delegiertenversammlung, vom 6./7. September 2008 in Egerkingen mit der eindrücklichen Besichtigung des Museums ”altes Zeughaus“ in Solothurn und stellen mit Erstaunen fest, wie schnell die zwei Jahre vergangen sind. Wir freuen uns sehr, dass Sie der Einladung zur Delegiertenversammlung in Herisau folge geleistet haben und danke dem Verein Appenzellischer Sektionschefs VASC für die Organisation und Durchführung der Delegiertenversammlung. Insbesondere danke ich Divisionär Eugen Hofmeister, dem stellvertretenden Chef der Armee für seine Anwesenheit und sein Referat zu aktuellen Themen der Armee.

Erlauben sie mir zunächst einige Bemerkungen zur Problematik Zivildienst: Der Zivildienst erlebte seit der Abschaffung der Gewissensprüfung per 1. April 2009 einen Boom: Anstatt wie zuvor jährlich gegen 2000 Personen haben letztes Jahr 7213 Wehrpflichtige ein Zivildienstgesuch gestellt. Zum Glück hat diese unsägliche Entwicklung nicht nur Verteidigungsminister Ueli Maurer und Armeechef André Blattmann, sondern auch das Parlament auf den Plan gerufen. Nun wurde Ende Februar 2010 durch den Bundesrat beschlossen, dass auf Zivildienstgesuche aus dem Militärdienst erst nach vier Wochen entschieden wird. Mit der Verordnungsrevision, unterstreicht der Bundesrat, dass der Zivildienst nur für Personen geschaffen wurde, welche den Militärdienst nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Wir können nur hoffen, dass diese Massnahme möglichst rasch greifen wird.

Mit den jüngsten Ereignissen rund um die Armee, insbesondere den massiven Informatik-Problemen (z.B. der Finanzbuchhaltung), steht die Schweizer Armee zur Zeit zu stark im Kreuzfeuer. Ohne Externe Informatik-Berater würde die Armee wohl kaum funktionieren. Enorme Summen sind zwischen den Jahren 2000 und 2010 in die Kassen externer Informatik Berater geflossen und letztlich bestehen die Probleme immer noch. Hoffen wir, dass es Bundesrat Maurer, respektive der eingesetzten Task-Force im VBS bald gelingen wird, die gravierenden Informatik-Probleme zu lösen, denn die Glaubwürdigkeit der bewaffneten Neutralität darf nicht weiter beeinträchtigt werden.

Verbandsgeschäfte:
Mit Genugtuung konnte der Vorstand wiederum feststellen, dass die Kantonalverbände mit aktiven Sektionschefinnen und -chefs ihre Aufgaben dank unermüdlicher Unterstützung durch die kantonalen Militärverwaltungen optimal erfüllen konnten. Im Namen des Zentralvorstands danken wir den Vorständen unserer Kantonalverbände für ihre unermüdliche Arbeit, welche sie zu Gunsten der Sektionschefs in den Gemeinden leisten. Wir haben in den letzten zwei Jahren intensiv den Kontakt zu unseren Kantonalverbänden gesucht und den Gedankenaustausch gepflegt. Insbesondere haben wir die jeweiligen kantonalen Generalversammlungen besucht.

Leider haben wir seit der letzten Delegiertenversammlung zwei Kantonalverbände verloren, nämlich die Kantone Luzern und Graubünden: An der 114. Generalversammlung beschloss am 20. September 2008 der Verein Luzerner Militär-Sektionschefs die Auflösung ihres Vereins. Per 31. Dezember 2008 wurden im Kanton Luzern alle nebenamtlichen Militär-Sektionen in den Gemeinden aufgehoben und in die Dienststelle Militär, Zivilschutz und Strafvollzug in Luzern integriert. Die letzte Generalversammlung wurde würdevoll im Bürgersaal des Rathauses Sursee unter Teilnahme vieler Ehrengäste abgehalten. Die Geschichte des Vereins ist eng mit der Stadt Sursee verbunden. Hier erfolgte 1894 der Anstoss zu Gründung und hier wurden auch die 75- und 100-Jahrfeier durchgeführt. Leider wurde diese Auflösung durch ein Postulat im Grossen Rat im Jahre 2003 herbeigeführt und durch die Regierung im Jahre 2004 nach Annahme durch den Grossen Rat beschlossen.

Ebenfalls wurde an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 28. Oktober 2009 auch der Verein Bündner Sektionschefs VBSC, als Folge des politischen Entscheids, nach 89 Jahren aufgelöst. Die Vereinsmitglieder des VBSC trafen sich am 28. Oktober zum letzen Mal im Rekrutierungszentrum Mels. Auf der Traktandenliste stand leider unter anderem die Beschlussfassung über die Auflösung des im Jahr 1920 gegründeten Vereins. Auch der Kanton Graubünden hat die Aufgaben des nebenamtlichen Sektionschefs den Gemeinden übertragen. Seit dem 1. Juli 2009 sind die Einwohnerkontrollen für das Meldewesen zuständig. Mit diesem Schritt hat der nebenamtliche Sektionschef leider auch im Kanton Graubünden ausgedient. Wir vom Zentralvorstand haben uns eingesetzt, den Mitgliedern eine Einzelmitgliedschaft im Verband der Schweizerischen Sektionschefs zu ermöglichen. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgenommene Reorganisation auch in Zukunft eine kundenfreundliche Dienstleistung gewährleistet.

Der vor vier Jahren neu gewählte Vorstand erfüllte effizient und auf kameradschaftlicher Basis die ihm übertragenen Arbeiten. An den Vorstandsitzungen erledigten wir vorwiegend die statutarischen Geschäfte. Hauptgeschäfte waren die organisatorischen Massnahmen zur erfolgreichen Fortführung unserer Homepage und die Vorbereitung der Delegiertenversammlung. Das spürbare Vertrauen der Verbandsmitglieder ist uns besonders wichtig. Dem VSSC gehören aktuell die Kantone Aargau, Appenzell, Glarus, Solothurn und St. Gallen an.

Ausblick
Die Armee steht vor vielen weiteren Herausforderungen, wie z.B. dem Kauf der neuen Kampfjets, der nun leider um Jahre verzögert wurde. Die Probleme können nicht Berater lösen, sondern nur die Politik, indem sie der Armee einen klaren Auftrag gibt, der auch finanzierbar ist.

Wir als Sektionschefinnen und -chefs müssen bemüht sein, mit dem raschen Wandel und den aktuellen Themen Schritt zu halten, um zuversichtlich die neuen Herausforderungen anzupacken und um die Interessen der Armee und des Landes mit unserer Arbeit tatkräftig zu unterstützen. Vom Vorstand aus werden wir die Entwicklungen sehr genau verfolgen, um die Anliegen der Armee tatkräftig unterstützen zu können.

Dem gesamten Vorstand danke ich für die gute Zusammenarbeit und die entgegengebrachte Loyalität.

Der Präsident